03.03.2014

Voigtländer 58mm SLIIN



58mm Brennweite, 58mm Filterdurchmesser,
9 Blendenlamellen, solide wie aus einem Metallblock gefräst, keinerlei Spiel in der Mechanik, so kennt man Voigtländer schon seit Jahren. Am ehesten ist dies Objektiv mit dem 1,8/85mm D Nikkor zu vergleichen , das zwar von Nikonfotografen gelobt wird, aber vordergründig ans Werk geht. Dies merkt man am ehesten wenn man das elegante 90er Apo Lanthar nebenbei benutzt. Wenn man das erste mal mit dem Nokton fotografiert merkt man das  es etwas völlig anderes verspricht als Nikon jemals bauen ließ, denn auch einige der Nikon Objektive liefen bei Cosina vom Band. Die technische Idee die hinter diesem Objektiv steht, lässt sich einfach erklären, 10mm mehr Brennweite bedeutet bei einem symetrisch kontruierten 50er, etwas mehr Platz den man nutzen kann um dies Objektiv technisch simpel zu halten. gleichzeitig reduzieren sich die Probleme an dem jedes SLR 50er leidet.  Sicherlich leidet auch dies Objektiv wie viele andere Lichtriesen an chromatischen Abberationen, nur gibt es nach meiner Erfahrung Objektive bei denen sich dieser Fehler schwieriger zu beheben lässt.


Es ist kein typisches Portraitobjektiv bei dem die größte Schärfe zwischen 1 und 5 Metern zu erwarten ist, sondern um ein auf Unendlich gerechnetes Objektiv. Das Tut der Abbildungsleistung kein Abbruch , denn im Gegensatz zu  vielen Nikkoren glänzt das Objektiv mit einem smarten aber sichtbar hohem Kontrast, der sich in der Nachbearbeitung sehr positiv bemerkbar macht, denn wer nachschärfen muss schmälert  auch schnell sein Bokeh, und dies ist das Problem vorallem älterer Objektive. Die Auflösung ist in etwa den neueren  Nikkoren gleichzusetzen nur eben dies  ohne aspherische Linsen und Innenfokussierung die je nach Aufnahmedistanz zu einer veränderten Verzerrung führt. Normalerweise sagt man das ein lichtstarkes Objektiv besser etwas abgeblendet werden sollte,das Nokton funktioniert selbst voll geöffnet recht gut, sanft bei voller Öffnung, brillant ab Blende 4, und unnachgiebig und bestehend scharf ab Blende 5,6 , ab Blende 9,5 werden Beugungasunschärfen bemerkbar, dies aber sehr elegant und gleichmässig, nur das dies niemand macht, da die Aufnahmen schnell an Lebendigkeit verlieren. Farblich passt es besser zu einer Nikon als die originalen Objektive, da es die Aufnahme etwas wärmer abbildet, aber nicht soviel das der Nikon typische Eindruck verschwindet. Jeder der sich dies Objektiv anschaffen möchte sei aber gewarnt, es verzeiht keine Einstellungsfehler,  Blende und Entfernung als auch Zeit sollten Stimmen, ansonsten sollte man dies Objektiv besser im Laden liegen lassen. Ähnlich verhält es sich mit Blitzlicht, das Objektiv zeigt jedes Spitzlicht viel deutlicher als einem möglicherweise lieb sein kann, und das bei ungenauerer Blitzsteuerung, wegen der fehlenden Entfernungsdaten und somit einer ungenaueren Blitzsteuerung 

In der Nachbearbeitung der Aufnahme zeigt sich dann der große Vorteil eines höheren Kontrastes. Im Normalfall liegt der Kontrastregler wenn man Nikonobjektive benutzt immer etwas im positiven Bereich, Ausnahme hier von ist, wie schon beschrieben das legendäre 85er. Das Nokton  lässt es zu den Kontrast 25 bis 50% niedriger einzustellen und dann  über Lichter und Schwarz im RAW Konverter nachzuregeln, was dem Bild die Lebendigkeit verleiht. Dies wäre auch mit jedem anderen Objektiv möglich, nur gelang mir dies in esthetischer Hinsicht nur mit einem weiteren Objektiv. Systemübergeifend möchte ich noch sagen das Nikon ein anderes Kontrastniveau benötigt als Canon und somit  dies Objektiv genauso wie Zeiss an einer Canon oder Pentax deutlich anders arbeiten wird als hier beschrieben, um nicht zusagen das der Unterschied zu den Originalobjektiven nicht so riesig ausfallen wird wie bei Nikon. Auch kann man davon ausgehen das kommende Sensorgenerationen  mit höherer Auflösung zu niedrigerem Kontrast führen werden egal welchen Hersteller man benutzt, das Ergebnis wird weicher, so ist die Frage ob dies Objektiv für Canon hinsichtlich zukünftiger Sesnoren lohnen wird sehr fraglich.