01.11.2013

Resteveredelung


Vor einigen Jahren schnippelte ich mit  Leidenschaft an den Bildern herum um das allerletzte aus den Aufnahmen zu holen. Danach folgte eine Phase in der ich wenige an den Aufnahmen machte, nur um sie natürlich zu halten , während andere Vulkaninseln in ein undefinierbares  Schwarzweiss tauchten. Die Zeiten änderten sich, und damit auch die verfügbare Technik und Software.  Hochauflösende Objektive und Kamera zeigen nun Dinge die besser nicht sehen will, und die Software verschafft einem Möglichkeiten die sonst nur im gutem alten Fotolabor am Vergrößerer möglich waren.  Nur hat Dunkelkammer nicht mit Licht und Hell zu tun, sondern eher mit  Dunkel und Kammer, eingeengt in einem meist kleinem Raum, in dem Licht zweckgebunden Mangelware ist. 


Während man sich früher mit dem Reifegrad des Materials herum ärgerte, ist es heute der schnell voranschreitende Fortschritt des Darstellungsystems und die Folge im Endprodukt. Man wirft nicht einfach unsauber aufgenommene Aufnahmen weg, man unterzieht sie künstlerischen Prozessen um sie dem Publikum doch  als Spitzenprodukt zu verkaufen. In der Fachsprache nennt man dies Resteveredelung, ,in der Musik gemischter Tonlagenwechsel, und in Kunst bezeichnet man es als kreativ. Keine gezieltes Erscheinungsbild sondern mal sehen was draus wird.

Trotzdem ist viele dieser Bilder sehenswert, weil sie  doch letztendlich ein Sinn ergeben, ein dekorativer Sinn, kein intellektueller Sinn, wobei Intellekt immer etwas mit Sprache zu tun hat, Form oder Bildsprache, die einen verstehen es die anderen nicht.  Mir gefallen Dinge die ich selber nicht produzieren kann, das Ist der entscheidende gedankliche Weg zum Wort Begehrlichkeit. Begeherlichkeit ist etwas das  andere haben, man selber gern hätte, und genau an dieser Stelle setzt produktive Kunst an.